Nicolaisen setzt sich für Verstärkung der Bundespolizei ein

15.01.2018

Zwei Syrer ohne gültige Papiere im Zug aus Tondern. Zwei Iraner mit dänischer Asylablehnung in der Tasche am Flensburger Hauptbahnhof - In der Leitstelle der Bundespolizei herrscht beim Besuch der Bundestagsabgeordneten Petra Nicolaisen reger Betrieb. „2015 strebten rund 80.000 Asylbewerber über Flensburg nach Skandinavien. Nach zwei Jahren sind die Verfahren abgeschlossen, viele werden ausgewiesen und kommen jetzt zu uns zurück“, erläutert Polizeidirektor Stefan Windisch, Leiter der Flensburger Inspektion

„Müssen für diese grenzpolizeilichen Einreisekontrollen bahnpolizeiliche Aufgaben zurückgestellt werden?“, will die Abgeordnete wissen, die im neuen Bundestag eine Mitgliedschaft im Innenausschuss anstrebt. „Wir decken alle Aufgaben ab. Aber die Personalsituation ist angespannt. Derzeit haben wir in Flensburg ein Fehl von ca. einem Drittel“, erklärt Leitender Polizeidirektor Willy Kösling, stellvertretender Direktionsleiter der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt. „Wir hoffen daher sehr auf die von Berlin in Aussicht gestellte Verstärkung.“

„Bundesinnenminister de Maizière hat vor etwas über einem Jahr angekündigt, 7.000 neue Stellen ausschließlich für die Bundespolizei zur Verfügung zu stellen", so Nicolaisen, "und nach den verheerenden Attentaten sind jetzt sogar 14.200 Stellen bis 2022 vorgesehen. Wenn ich im Bundestag Mitglied im Innenausschuss werde, werde ich mich dafür einsetzen, dass der Norden - und natürlich insbesondere Flensburg - einen guten Teil dieser Stellen abbekommt."

Kösling verwies darauf, dass der Grenzschutz in der Vergangenheit von seiner guten Ausbildung profitiert habe. Dadurch seien die Beamten flexibel einsetzbar. An dieser Qualität wolle man auf jeden Fall festhalten. Das bedeute aber bei einer zweieinhalbjährigen Ausbildung auch, dass sich die Verstärkung durch die neuen Stellen frühestens erst 2019 bemerkbar machen werde. Das Aufwachsen auf die Sollstärke werde zudem, wegen des parallel stattfindenden Ausscheidens aus Altersgründen, sogar voraussichtlich sechs bis sieben Jahre dauern.