Grundwasserreinheit erhalten! Besuch im Wasserwerk Frörup

01.10.2018

Bis zu 2.200 Kubikmeter pro Stunde oder 32.000 Kubikmeter am Tag – der heiße Sommer verlangte dem Wasserwerk in Frörup Spitzenleistungen ab. Die Diskussion um die zunehmende Grundwasserbelastung veranlasste die Bundestagsabgeordneten Petra Nicolaisen und Astrid Damerow zu einem Informationsbesuch beim Wasserverband Nord. Verbandsvorsteher Jürgen Feddersen und Geschäftsführer Ernst Kern zeigten den beiden Berliner Parlamentarierinnen die Anlage und stellten als wichtigste Aussage fest: Unser Wasser ist Nitrat-frei.

Grund sei, dass der Verband mit 332 m über einen der tiefsten Brunnen Schleswig-Holsteins verfüge. „Wir können damit Wasser aus dem dritten Grundwasserleiter fördern. Das ist noch Nitrat-frei. Durch das geförderte Wasser wird aber belastetes Wasser aus oberen Schichten nach unten gesogen. Deshalb muss der Nitrat-Eintrag grundsätzlich verringert werden“, so Verbandsgeschäftsführer Kern.

Ein wichtiger Schritt wäre aus Sicht von Nicolaisen und Damerow, die Gülle effektiver zu bearbeiten. „Eine intelligentere Gülleverarbeitung würde Kunstdünger einsparen“, so Astrid Damerow, die als Berichterstatterin für Wasser im Umweltausschuss des Deutschen Bundestages fungiert. „Durch ein besseres Gülle-Management, bei dem der Gülle das Wasser entzogen wird, würden Lagerung und Transport um ein Vielfaches vereinfacht. Der Extrakt kann dann eingesetzt werden, wenn der Dünger benötigt wird und bisher Kunstdünger dafür eingesetzt wurde. So wird dem Boden nur so viel Nitrat zugeführt, wie die Pflanzen benötigen. Höhere Kapazitäten für Gülle-Lagerflächen würden letztendlich die Landwirte entlasten, wenn sie - so wie im diesjährigen Frühjahr - nicht auf die nassen landwirtschaftlichen Flächen können.“

Die Abgeordneten aus Berlin diskutierten mit den Verbandsvertretern auch die Variante, die Abwasserabgabe in eine Umweltabgabe umzuwandeln. Es gelte, im Verursacherbereich anzusetzen. Dies habe bei einer erhöhten Quecksilberbelastung schon einmal Erfolg gezeigt. Seither sind Zahnärzte verpflichtet, alte Amalgam-Füllungen nicht mehr mit dem Abwasser zu entsorgen mit dem Ergebnis, dass auch das Grundwasser geschont wird.

Beide Abgeordneten bezogen unterdessen klar Stellung zu einem Thema, das erst vor kurzem wieder von der FDP-Bundestagsfraktion auf die Tagesordnung gebracht wurde: „Mit uns wird es kein CCS und kein Fracking geben“, so Petra Nicolaisen.