Aufklärung statt Wildschweinzaun

03.08.2018

Ein Zaun entlang der deutsch-dänischen Grenze wird nach Überzeugung der Bundestagsabgeordneten Petra Nicolaisen nicht verhindern, dass die Afrikanische Schweinepest im Nachbarland eingeschleppt wird. Angesichts aktueller Meldungen, dass die Schweinepest immer näher an Deutschland heranrückt, stellt die Abgeordnete fest:

„Zunächst einmal ist festzuhalten, dass es sich um eine alleinige Entscheidung des dänischen Königreichs handelt, dessen Souveränität es zu achten gilt. Eine funktionierende Schweineproduktion ist für die Dänen von großer wirtschaftlicher Bedeutung. In sofern ist der Versuch, Wildschweine durch den Bau eines Zauns abzuhalten, nachvollziehbar.

Als Bundestagsabgeordnete von Schleswig-Flensburg liegt mir aber am Herzen, dass das gute Miteinander, das in letzten Jahrzehnten zwischen Deutschen und Dänen gewachsen ist, weiter gefördert und nicht unnötig gestört wird. Ein 1,50 m hoher Zaun entlang der Grenze macht diese aber wieder sichtbar. Es entsteht eine neue Grenze, die wieder trennt. Und das möchte ich nicht“, so die Abgeordnete aus Wanderup.

„Ein Zaun wird letztlich auch nicht verhindern, dass die Schweinepest ausbricht. Dänemark leistet heute schon Vorbildliches, was Tierschutz und Tierhygiene angeht. Die größte Gefahr der Übertragung, darin sind sich Fachleute weitgehend einig, geht aber nicht von Wildschweinen aus, sondern z.B. von achtlos weggeworfenen Nahrungsresten, wenn Touristen oder Lkw-Fahrer eine Rast machen. Daran können sich die borstigen Allesfresser infizieren und die Krankheit verbreiten. Hier hilft nur eines: Umfassende Aufklärung – das fordert auch die Schleswig-Holsteinische Landesregierung – gegenüber allen, die aus den betroffenen Gebieten bei uns oder nach Dänemark einreisen. Einen teuren Zaun, der an den Straßen Lücken aufweist und die Wildwechsel-Gefahr an diesen Stellen zusätzlich noch erhöht, halte ich dagegen für eine schlechte Lösung.“